Politik

AX 200 - die Entwicklung eines ALS-Medikamentes liegt wegen fehlender Finanzierung auf Eis


Das von der Heidelberger Pharmafirma Sygnis entwickelte Medikament AX 200 wird erfolgreich bei Schlaganfällen eingesetzt. Das proteinbasierte Präparat schützt Nervenzellen vor dem absterben und regt die körpereigener Produktion neuer Zellen an. Tierversuche und andere preklinischen Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Grundsubstanz dieses Medikamentes auch bei ALS wirksam sein könnte. Sie hat daher von der Europäischen Gemeinschaft den Status einer "Orphan Drug" für die Behandlung von ALS verliehen bekommen.

Der Einsatz dieser Substanz bei einer chronischen Krankheit wie ALS setzt jedoch weitere Forschungsarbeiten voraus. Das betrifft sowohl die Form der Verabreichung wie auch Fragen der Dosierung. Diese und die außerdem erforderlichen klinischen Studien bedeuten jedoch - wie bei jedem Medikament - einen erheblichen finanziellen Aufwand, der von der Herstellerfirma alleine nicht getragen werden kann. Die Versuche, ein größeres Pharma-Unternehmen als Partner einzubinden, waren bisher nicht erfolgreich. Wie so häufig zeigt sich, dass viel versprechende Forschungsansätze stecken bleiben, weil ALS-Patienten für große Pharmafirmen kein Markt sind, der Profit verspricht. Und: wie wichtig öffentliche Forschungsförderung ist, um diese Lücke zu schließen.