Gentherapie

Es klingt mehr nach Horrorfilm als nach Heilung: Viren werden gentechnologisch verändert, in den Körper injiziert, damit sie dort in den Kern jeder einzelnen Zelle eindringen und den "Bauplan des Lebens" gezielt verändern. Mit dieser rabiaten Methode sollen von Genmutation verursachte Krankheiten geheilt werden. Vor etwa 10 Jahren war die Gentherapie eines der Top-Themen in der medizinischen Forschung - ähnlich wie heute die Stammzellentherapien. Als jedoch in klinischen Studien einzelne Patienten plötzlich starben, wurde es für lange Zeit in diesem Themenbereich sehr still. Allerdings gehen aktuell viele Wissenschaftler davon aus, dass in naher Zukunft neuartige Formen der Gentherapie gegen eine Reihe von Krankheiten erprobt werden können.

Auch was ALS angeht, werden Gentherapien im Labor erprobt. Die Firma Isis hat ein Medikament gegen ALS entwickelt, dass nicht die DNA verändert, aber die Wirkungsweise der RNA in der Zelle verändert, so dass die Wirkung eines mutierten Gens unterdrückt wird. Nach Angaben der Herstellerfirma soll dieses Medikament in Kürze im Rahmen einer klinischen Studie getestet werden.Die Firma CytRx  verfolgt ein ähnliches Konzept.

Andere Ansätze nutzen Gentherapie, um körpereigene Zellen zu "Fabriken" von Wachstumshormonen umzuprogrammieren. Bei diesen wird eine schützende Wirkung für die Nervenzellen vermutet, es ist aber kaum möglich, diese über konventionelle Methoden wie beispielsweise Injektionen oder Tabletten an den Ort des Geschehens zu bringen.