Gesundheitsforschung im Koalitionsvertrag: Weiter wie bisher

„Die Gesundheitsforschung wird weiter eine herausgehobene Stellung in unseren Förderanstrengungen einnehmen.“ So lautet der einleitenden Satz des Abschnitts „Forschung für die Gesundheit der Menschen“ im aktuellen Koalitionsvertrag von CDU und SPD, der in dem insgesamt 185 Seiten umfassenden Text etwa eine halbe Seite einnimmt. Das entscheidende Wort dabei ist „weiter“, womit impliziert wird, dass Erhöhungen des Budgets für Gesundheitsforschung nicht geplant ist. In der Konkretisierung werden einige Schwerpunkte benannt, eine Verstärkung der Anstrengung gegen neurodegenerative Erkrankungen ist nicht erwähnt.
Hier der Abschnitt über Gesundheitsforschung im Wortlaut:

„Die Gesundheitsforschung wird weiter eine herausgehobene Stellung in unseren
Förderanstrengungen einnehmen. Das Konzept der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung
werden wir in einem wissenschaftsgeleiteten Verfahren fortentwickeln.
Wir werden unter der Überschrift „Gesundheit im Lebensverlauf“ den Patienten in
den Mittelpunkt stellen und neue Initiativen für eine moderne Kinder- und Jugendmedizin,
Arbeitsmedizin sowie die Geschlechter- und Altersmedizin auch unter dem Gesichtspunkt
der Prävention und Gesunderhaltung starten. Die individualisierte Medizin
wollen wir mit innovativen Strukturen und breit angelegter Forschung weiter stärken.
Die Versorgungsforschung werden wir stärken, um vor allem die Alltagsversorgung
von Patienten zu verbessern. Dazu gehören vor allem die Pflegewissenschaft, aber
auch die Biometrie, Epidemiologie und Medizininformatik sowie der Aufbau von klinischen
Registern, sofern eine dauerhafte Finanzierung im Versorgungssystem garantiert
wird.

Wir werden die Wirkstoffforschung stärken, um beispielsweise im Bereich der Antibiotika
zur Bekämpfung von Multiresistenz und Sepsis die Entwicklung neuer Medikamente
zu fördern. Ebenso werden wir die Medizintechnik fördern.
Mit der Stärkung von Forschung zu vernachlässigten, armutsassoziierten Erkrankungen
und durch Forschungskooperationen mit betroffenen Regionen, besonders in Afrika,
tragen wir dazu bei, den Teufelskreis von Armut und Krankheit in Entwicklungsländern
zu durchbrechen.“